Humor: die Klammer die den Tag zusammenhält


Blogbeitrag von Humorosophin Brigitta Schermbach für Gsünder Basel


#mirschaffedas

Ob in Gold, glitzernd, farbig oder mit Blume – die Haarklammer verleiht dem Haar einen ganz besonderen Touch. Und wie die Haarklammer für das Haar ein schickes Teil ist, so präsentiert sich die Humorklammer als fröhlicher Blickfang, der für Aufsehen sorgen kann.



In der Regel müssen Sie für Humoriges nicht Neues erfinden, sondern das, was Sie im Alltag erleben, verwandeln. Kürzlich fragte eine alte Dame im überfüllten Bus einen sitzenden jungen Mann, ob sie ihm ihren Stehplatz anbieten dürfe. Der junge Mann erhob sich und machte der Dame Platz.

Scherzen ist in diesem Fall Kritik und Lösungsstrategie in einem.

Humor macht Spass, das braucht man nicht wissenschaftlich zu beweisen. Es ist allerdings immer noch selten, dass Menschen Humor als Gesprächs- oder Konfliktlösungsmethode wahrnehmen.

Friedrich Nietzsche sagte uns, dass wir pro Tag mindestens zehnmal lachen müssen, damit uns des Nachts der Magen, den er als Vater der Trübsal bezeichnet, in Ruhe lässt.


Tu so, als ob - bis es dir gelingt

Wie kann man sich von der unangenehmen Wirklichkeit distanzieren und trotzdem lachen? Wenn wir uns traurig fühlen, dann sendet unser Gehirn die Botschaft an unseren Körper: «Mach dich klein, schau niedergedrückt und traurig aus». Der Körper sendet das Signal «ich bin traurig» an das Gehirn und verändert dort Prozesse. Wir wissen heute, dass das auch umgekehrt funktioniert. Was heisst das für eine positive und humorvolle Haltung? Wenn wir uns traurig fühlen, können wir mit gezielten Übungen, z.B. indem wir uns bewusst aufrichten und den Alltag anstrahlen, unsere Traurigkeit tatsächlich verlassen. Im Englischen gibt es dafür das Sprichwort «Fake it till you make it», was übersetzt heisst: «Tu so, als ob – bis du es schaffst».


Verändere die Perspektive

Es geht nicht darum, einfach über das Schwere hinweg zu lachen. Vielmehr gilt es, negative Erlebnisse zu einer Perle zu verhärten. William Saroyan, ein amerikanischer Schriftsteller, beschreibt dies mit folgendem Zitat: «Mit dem Humor ist es wie mit den Austern. Eine Perle setzt eine kleine Wunde voraus».

Humorvolle Menschen schaffen sich Schicht um Schicht, mit wechselnden Blickwinkeln, durch ihre negativen Erlebnisse hindurch und verhärten sie zu einer Perle, die sie sorgsam aufbewahren. Die Wunde schadet ihnen fortan nicht mehr.

Nicht immer können wir negative Erfahrungen alleine bewältigen. Wir brauchen empathische Mitmenschen, die uns bei der Veränderung der Perspektive helfen. Mitmenschen, bei denen wir aufatmen können und mit denen wir gemeinsam die Perspektiven wechseln, sind Gold wert. Gemeinsames Lachen und neue Blickwinkel kreieren, helfen uns, schwierigere Tage zu bewältigen.


Mit Humor können Sie sich behaupten. Sie stehen aufrecht, sind sich Ihrer selbst bewusst und gehen auch so durch Ihren Alltag. Lächelnd mit Ihrer Humorklammer im Haar, ruhen Sie in dieser Grundhaltung und nehmen mit neuer Motivation am Leben und an dem der anderen teil.


Genügend Selbstschmus

Zur Unterstützung einer humorvollen Haltung ist es förderlich, täglich genügend Selbstschmus anzulegen. Deshalb hier eine Anleitung zum Bau Ihrer eigenen Selbstschmusanlag


- Stellen Sie sich vor den Spiegel. Beginnen Sie mit dem Abküssen Ihres linken Arms. Dasselbe rechts, bitte. Streicheln Sie sich nun sanft vom grossen Zeh bis zum Kopf. Während Sie das tun, sprechen Sie folgenden Satz: «Oooooh, was habe ich für ein Glück, mit solch einem bezaubernden Menschen durchs Leben tingeln zu dürfen.


- Machen Sie die Atemübung 4-7-11, die Sie erfrischen wird wie Quellwasser. Atmen Sie 4 Sekunden ein, dann 7 Sekunden aus. Und das 11 Minuten lang. Diese Übung fördert die heitere Gelassenheit, und Sie werden mit einem super langen Atem gesegnet.


- Ernten Sie knackige Rüebli, Kürbisse, duftende Kräuter, saftige Äpfel und süsse Birnen. Verspeisen Sie die Gemüse und Früchte. So stärken Sie Ihr Immunsystem.


- Wer so kontinuierlich Selbstschmus anlegt, verteilt liebend gerne Kichererbsen an seine Mitmenschen!



Und last but not least:


Es gibt Tage, da schaue ich mich jeden Morgen neu in meiner Wohnung umund wähle fünf Gegenstände. Also z.B.: Stuhl, Spiegel, Tisch, Bild, Kochtopf. Dann gebe ich allen Fünf einen neuen Namen – aus Stuhl wird Beisszange, aus Spiegel wird Pudding, aus Tisch wird Ballkleid, aus Bild wird Staubsauger und aus Kochtopf wird Kühlschrank. Dann verziere ich jeden verwandelten Gegenstand mit einem Gefühl in Form eines Adjektivs. Die verliebte Beisszange, der starke Pudding, das verkrampfte Ballkleid, der ergriffene Staubsauger und der wilde Kühlschrank. Wie vergnüglich!


Und dann entsteht aus den fünf Begriffen eine Geschichte:

«Die verliebte Beisszange blinzelt vergnügt den starken Pudding an und spricht: «Ich liebe deine wabbelnden Muskeln, die so herrlich duften. Mmh, umarme mich bitte fest, dann kann ich hineinbeissen! » Der wilde Kühlschrank wird wütend und errötet vor Eifersucht. Darauf kontert das verkrampfte Ballkleid: «Jetzt hab dich mal nicht so und lass den beiden doch ihr Glück! Du weisst doch selbst, eine Umarmung der verliebten Beisszange und weg ist der starke Pudding! » Der Staubsauger, ergriffen von dieser Interaktion, verzieht sich kopfschüttelnd in den Putzschrank. »


Und wie lautet Ihre Geschichte heute?




Die Autorin

Birgitta Schermbach initiiert Erzählräume und lädt seit 2019 ein, über die Vorzüge einer humorvollen Haltung zu sprechen. Zudem leitet sie Humorseminare, in denen Humor als Lebenskunst in unterschiedlichen Variationen ausprobiert werden kann (www.birgittaschermbach.ch).


Bilquelle:

pexels.com



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